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Weingut von Wahnwitz
Das Weingut wird in zwölfter Generation von der Adelsfamilie von Wahnwitz geführt und ist seit je her die Heimstatt nobler Weinkultur in Würgenberg. Das Weingut ist im besten Sinne konservativ zu nennen. Die Trauben werden noch mit den Füßen gekeltert und im Mahagonifass gelagert. Dabei legt der stets distinguierte Graf Wert auf höchste Disziplin und Sauberkeit. Die Angestellten müssen sich vor dem Treten der Maische den Fußpilz entfernen. Dazu läuft klassische Musik, meist Schubert. Der Graf betont, dass die Musik die Trauben ausgeglichener und den Wein harmonischer mache. Während der Lese steht der Graf auf einem Podest in seinem Wengert und rezitiert über ein Megafon Schiller-Gedichte. Was dazu führt, dass seine weißrussischen Lesehelfer in der Kneipe kein Bier bestellen können, dafür aber „Die Glocke“ auswendig kennen. Zudem machen kleine Besonderheiten, wie das Reinigen der Mehrweg-Flaschen vor dem erneuten Füllen, das Weingut zu etwas ganz Besonderem in Würgenberg. Der letzte Jahrgang Der Jahrgang weist eine Feinheit und Noblesse auf, die sonst nur Könige zu schmecken bekommen. Allerdings benötigt man auch einen Staatshaushalt, um sich eine Flasche leisten zu können. Mein Favorit 2002er Schweigener Dornfelder „Große Symphonie“ Ein bombastischer Wein, der seine ganze Klaviatur ausspielt: Ouvertüre in C-Dur, Arie, Staccato, Staccatissimo, Kater in D-Moll am nächsten Morgen. |
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